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February 07 2010

just4ikarus
11:38

Der Fall Mensdorff-Pouilly und die 400 Millionen


Mit der richtigen Portion Geld kann man sich alles richten. In Großbritannien wie auch wahrscheinlich in Österreich. Mensdorff-Pouilly genießt das Leben in einer viel zu mächtigen Lobby.

Vielleicht sollte ich das zuerst erzählen: Auch wenn wie immer die Unschuldsvermutung gilt (oder gelten muss), bin ich überzeugt, dass jemand, der so oft und so beständig mit irgendwelchen dubiosen Geschäften in Verbindung gebracht wird, einfach Dreck am Stecken haben muss. Und da ist Mensdorff-Pouilly genauso gemeint wie auch Karl-Heinz Grasser. Da ist nichts mit “unschuldig, solange die Schuld einwandfrei bewiesen ist”.

Deswegen bin ich auch von irgendeiner Schuld Mensdorff-Pouillys überzeugt. Nach dem kleinen Aufsehen um ihn vor ein paar Jahren machte er ja auch jetzt kürzlich erst etwas Rummel: die britischen Behörden steckten ihn in U-Haft. Klar, ist ja auch verständlich. Wegen Absprache zur Korruption, in UK eine Straftat.

Und wow. Großbritannien hat eine Anti-Korruptionsbehörde. Nicht schlecht, nicht schlecht. Nur blöd, wenn sie sich um 400 Millionen Euro von der Waffen-Lobby überreden lässt, die Ermittlungen gegen Mensdorff-Pouilly einzustellen. Damit ist Mensdorff wohl der am Teuersten freigekaufte Österreich aller Zeiten. Und Großbritannien muss man wirklich zur Sinnhaftigkeit dieser Anti-Korruptionsbehörde gratulieren. (Ich glaube ja, dass das nur so eine Schein-Behörde. Man erhebt Vorwürfe, wartet auf das Lobby-Geld und rettet so das Finanzloch)

In Österreich läuft ja immer noch ein Verfahren (und wenn man nach dem Tempo der ganzen Ermittlungen geht, müssen die österreichweit schätzungsweise zwei aktiven Staatsanwälte ja voll im Stress sein). Hier darf man sich nicht kaufen lassen, denn ansonsten würde wohl auch noch das letzte Vertrauen in die Justiz verloren gehen.

Auf diepresse.com gibts einen Überblick über die Causa Mensdorff

February 06 2010

just4ikarus
23:31
just4ikarus
18:35

Die Nacht, die Lichter.


Und der Bus fährt wieder ab, als du dich umsiehst und ich warte, welchen Weg du jetzt einschlägst. Wir waren schon hier, du erinnerst dich nicht, ich weiß. Wir sind schon einmal hier ausgestiegen und haben gesucht und nicht gefunden, bis wir irgendwann wieder in ein Taxi stiegen und zu mir fuhren, ich weiß.

Du blickst hoch, suchst zwischen den Häusern den Himmel, als würdest du damit den Ausweg hier suchen. Ich nehm’ deine Hand, führe dich fort, hinein in die Stadt, in die Lichter der Nacht. “Wir waren schon mal hier”, sagst du und ich nicke und führe dich weg, deine Hand sie umfasst meine Finger. Wir streichen uns langsam an unseren Händen entlang, während wir weitergehen und eine neue Gasse betreten, die durchflutet ist von Schwarz. Die Lichter der Stadt, die Lichter der Nacht, sie hören hier auf.

Wir tapsen, ganz langsam, stolpern daher und wanken dahin. Die Nacht, wir … sie hat uns, wir schleichen nur mehr. Wir warten und sehen, und Stille macht es schwer, sich nicht zu bewegen, denn jedes Geräusch, macht die Welt nur noch hässlicher. Wir wollen hinaus, raus aus der Gasse, wollen weg. Zurück zu den Lichtern der Nacht … der Stadt.

Ich blicke gen Himmel, um Sterne zu sehen. Das wenige Licht. Du nimmst meine Hand, ziehst mich fort, hinaus aus der Gasse, zurück zu dem Licht, hinein in das kleine Café, das von außen hin dunkel und von innen drin voll aussieht. An der Bar ist Platz und “Zwei Bier!” und die Stille. Der Spiegel hinter der Bar, und du, wie du dich sammelst und ich wie ich starre. Dich ansehe, als wärst du nicht schon den halben Tag hier bei mir. Sondern eben erst gekommen, nach Jahren und Tagen der Dunkelheit, hier zwischen uns.

Deine Hand an meinem Oberschenkel, und ich, mein Blick gesenkt. Ein Schluck, der Versuch, das Gesicht nicht zu verzerren. Es schmeckt mir nicht und hat mir noch nie geschmeckt, aber du trinkst es immer noch, als wäre es wirklich gut. Ich würde dich gerne sitzen lassen, würde jetzt raus gehen, und dir sagen, was du nur alles mit mir gemacht hast, und wie sehr du mich zerstört hast und wie lange ich gebraucht habe, um mich wieder aufzubauen, um alles wieder so zu machen, wie es war und doch irgendwie anders. Und ich sitze hier und warte und spüre deine Berührungen an meiner Schulter und ich trinke weiter.

“Du hast mich verletzt”, höre ich mich denken und schwöre mir, dies nicht zu sagen. Ich darf hier nicht schwach sein, nicht das sein, was ich war und immer noch bin. Ich muss hier jetzt ich sein, wie ich es gern wäre. Und dann spüre ich dein Gesicht an meinen Händen und spüre deinen Kopf an meiner Schulter und fühle mich falsch. Du hast es nicht verdient und ich doch genauso nicht. Wir beide haben uns nicht verdient und sind trotzdem geflohen, gemeinsam vor der Dunkelheit und der Stille der Nacht.

Da sind wir nun, und ich küsse dich, als wäre es normal und du lässt dich küssen, als wären wir wir. Und ich trinke, und blicke auf den Boden, wische mir den Schweiß meiner Hände in meine Jeans und blicke langsam zu dir auf und du siehst mich an. Wir sollten nicht hier sein, nicht ich hier mit dir, nicht ich hier mit Bier. Der Kellner grinst uns zu, als würde er uns kennen und wir blicken beide verdattert zurück. Das Glas ist leer, das Geld am Tisch, wir lassen uns vom Hocker gleiten und gehen hinaus.

Ich würde jetzt tanzen, mitten auf der Straße. Um die Nacht, diese Lichter zu fühlen und zu wissen, dass hier zu sein nicht falsch und mit dir zu sein richtig sein muss. Doch das ist es nicht und ich tanze nicht. Wir wandern nur weiter, die Beine, sie tragen, uns weiter hinein und hinaus aus der Stadt, hinunter zur U-Bahn. Die Nacht und die Lichter, sie bleiben wohl an und ich fühle mich falsch und nicht richtig, verquer.

Wir hätten das nicht tun dürfen, hätten uns nicht anrufen sollen, uns  nicht treffen, uns nicht küssen und jetzt hätten wir auch nicht die gleiche U-Bahn benutzen sollen um auch wieder gemeinsam auszusteigen, und weiter zu gehen und den gleichen Weg zu nehmen. Und jetzt. Wo ich mit dir, neben dir liege, meine Hand um dich gelegt, und dein Atem stets ruhiger wird. Bleibt alles beim Alten. Nur die Nacht. Und die Lichter. Die gehen aus.

Eingetragen unter:Literarisches

February 04 2010

just4ikarus
08:10

Österreich: Seit 10 Jahren am rechten Rand


Heute jährt es sich zum zehnten Mal: Am 4. Februar 2000 ließ sich der Wahlverlierer von 1999, Wolfgang Schüssel mit seiner VP, von dem Rechtspopulisten Jörg Haider zum Bundeskanzler machen. Damit machte Österreich einen so großen Schritt nach Rechts, dass man sich bis heute nicht einmal annähernd davon erholt hat.

“profil” lässt einen in der aktuellen Titelstory “Das Drama in Schwarz-Blau” alles noch einmal Revue passieren. Ich erinnere mich noch gut daran, wie überrascht ich damals war. Ich dachte mir ernsthaft, dass eine erneute Auflage von Rot-Schwarz, mit Viktor Klima als Bundeskanzler, schon fix feststehen würde. Und ja, selbst mit meinen 11 Jahren war ich entsetzt, als ich schließlich davon erfuhr, dass Jörg Haider und Wolfgang Schüssel ein gemeinsames Ding am Laufen haben. Jörg Haider war einer der wenigen Politpersönlichkeiten, die ich schon von klein auf kannte … die Erinnerungen sind aber eindeutig keine positiven gewesen

Ich habe die Sanktionen einerseits verstanden, damals. Und ich wäre beinahe einmal auf eine Donnerstagdemonstration mit meinem Vater gefahren (die Schule hinderte mich schlussendlich daran). Dass im Nachhinein eben die Sanktionen der EU-14 maßlos überzogen sind (und die Rechte z.B. in Frankreich, Italien oder vor allem auch Belgien eine furchtbare Größe erlangt), wurde mir schließlich erst bewusst, als Jean-Marie Le Pen in Frankreich so große Erfolge feierte.

Politisch gesehen waren die 7 Jahre Schwarz-Blau im Nachhinein komplett furchtbar: Erinnert sich irgendjemand an irgendein Projekt, welches diese Regierung positiv umsetzte? Die Pensionsreform? Vernachlässigbar. Irgendwelche Verbesserungen in Bildung und Wissenschaft? Pah. Mehr Sozialstaat? Von wegen. Dafür aber ein vermeintliches Nulldefizit. Und wie man nun so schön beobachten kann, sind einige der großen Skandale der letzten Jahre in genau diesen 7 Jahren der Regierungsarbeit entstanden.

Schüssel ist für mich vor allem deswegen ein Abschaum, weil er nach dem ersten Misslingen von Schwarz-Blau, 2002, nach seinem Erdrutschsieg, es wieder machte. Und erst dadurch schuf er den Grundstock für die neue, stärkere Rechte. Haider? War vielleicht etwas zu naiv, auf dem Plateau der Bundespolitik. Karl-Heinz Grasser? Ist ein mieser Betrüger (es gilt die Unschuldsvermutung; muss ja leider sein), und sicherlich  nicht der beste Finanzminister aller Zeiten. Über die Vergabe der Ministerposten an die falschen Menschen darf man hier natürlich genauso streiten wie aktuell in der Regierung Faymann I.

Wolfgang Schüssel hat, entgegen all der Meinungen von führenden VP-Politikern, die Rechte nicht gezähmt. Gezähmt wurden sie einerseits vor allem durch die Führung Jörg Haider selbst, der in einem seiner vielen Akte der Selbstzerstörung das BZÖ von der FPÖ abspaltete und schließlich zur kompletten Zerrüttung des rechten Lagers führte. Dass all das kein lang anhaltender (ach so weiser) Zug von Schüssel war, zeigen die enormen Zugewinne der Strache-FP bei all den vielen Wahlen der letzten Jahre.

Was für mich persönlich aber das Schlimmste ist

Das Niveau, welches wir früher vor allem von der FPÖ kannten, hat sich nun auch bei SPÖ, ÖVP und den Grünen eingenistet. Das Niveau ist kontinuierlich gesunken. Deswegen ist es heute auch möglich, dass ein Martin Graf 3. Nationalratspräsident ist. Deshalb ist es möglich, eine Susanne Winter im Nationalrat zu sehen. Deswegen ist es für die ÖVP möglich, rechte Politik á la FPÖ in den schlimmsten Jahren, via Fekter noch dazu als “christlich-sozial” zu verkaufen.

Ganz Österreich hat sich nach rechts bewegt. Dazu ist es aber heutzutage nicht unbedingt mehr nötig, die FP zu wählen (viel zu viele tun es aber leider doch). Es reicht auch schon die VP oder die SP zu wählen. Denn damit wird nun schon seit Jahren menschenunwürdige Politik betrieben. Und was für mich wirklich das Schlimmste ist?

Dass die ÖVP heutzutage keine Skrupel hat, es wieder einmal mit den Freiheitlichen zu versuchen. Sie würde, und da bin ich mir sicher, sobald es sich die Chance ergibt, mit der FPÖ koalieren, nur, um die VP-Politik ohne fahlen SP-Mundgeruch zu verkaufen. Der Machtgedanke (der leider bei egal welcher Partei vorherrscht) ist furchtbar. Sollte man sich nicht wieder einmal Gedanken machen, was das Beste für die Bürger ist?

Was ich mir wünsche? Die wenigen Schritte zurück, die reichen würden, um ganz Österreich vom rechten Rand wegzubekommen. Aber dazu bräuchte es wirklich gute Alternativen in der Mitte und links davon. Und die sehe ich leider nirgendwo.

February 02 2010

just4ikarus
22:27

Heimweh nach Liebeskummer.



Klopfklopf.

Nein. Nicht jetzt. Die Decke wird noch einmal bis zur Stirn hochgezogen. Erghpf. Ich bin unausstehlich um diese Uhrzeit, dass sollte ja nun schon hinlänglich bekannt sein. “Hm?”, krächze ich. Verdammt, alles nur Einbildung. Oder vielleicht die letzte Szene meines Traumes.

Ich drücke noch einmal fest die Augen zu, versuche  wieder einzuschlafen. Doch es will und will nicht funktionieren. Der Tag hat jetzt also vollkommen ohne meiner Einwilligung begonnen. Der Decke wird weggeschubst, der falsche Fuß zum Aufstehen benutzt, die herumliegenden Kleidungsstücke zur Bedeckung nackter Stellen in Verwendung genommen. Ein herzhaftes Arrrhmpf um meinen Unmut auszudrücken und schon krieche ich auf allen Zweien die Treppe hoch.

Und doch. Es geht mir gut. Denn aus irgendeinem unerkenntlichen Grund habe ich es wieder einmal. ohne wenig Überredungsgabe geschafft, mich als glücklichen Single dastehen zu lassen. Der ich zwar in so manchen Momenten nicht bin. Aber was bleibt, ist die Aufregung, die Interesse, die Spannung, die Überraschung. Bei jedem neuen Kennenlernen, bei jedem Lächeln von so manchen Menschen.

Und auch wenn da niemand ist, mit dem ich gemeinsam die Decke bis zur Stirn hochziehen kann, und auch niemand, der mit mir den falschen Fuß erwischt und die Kleidungsstücke nach “Du” und “Ich” aussortiert. Und auch wenn kein Kuss mich in den Schlaf zaubert und mich eher ein Klopfklopf, als in das Gesicht eines geliebten Menschen zu blicken.

Und auch wenn die letzte Liebe, jene, die vom tiefen Grund meines Herzens schon so lange Zeit zurückliegt, und selbst der letzte Kuss schon Teil der Geschichtsbücher sein müsste. Und selbst wenn ich so manches Mal enttäuscht wurde, und alles irgendwie falsch auslegte. Und enttäuscht wurde. So viele Male enttäuscht. Und ich mir eigentlich sicher bin, dass gerade ich so etwas nicht verdiene. Und mich wahrscheinlich doch nur jeder falsch betrachtet. Und glaubt, etwas zu kennen, was nicht ist.

Und selbst dann. Bin ich ein glücklicher Single. Irgendwie. Teilnahmslos schlurfen meine Füße unter meinem Körper nach, Tür auf, hinein ins Wohnzimmer, auf die Couch. Fernseher an. Ein abschließendes Hmmmmpf zum Abschied und schon erhält der Tag seine wohlverdiente erste Pause.

photocredits: Betsssssy | flickr

Eingetragen unter:Das Leben, Die Liebe, Literarisches

January 31 2010

just4ikarus
20:12

iPad – Der Revolution so nah?


Der iPad ist seit seiner Präsentation bei der Apple Keynote in aller Munde. Manche schwärmen schon jetzt davon, andere finden nach und nach immer mehr Kritikpunkte. Ich habe die Präsentation nur am Rande mitverfolgt und habe auch selbst eine Meinung dazu. Hier und heute versuche ich mal ganz einfach, die verschiedenen Ansichten einzufangen.

Helge erklärt, warum der iPad trotz so manch fehlender Option und falscher Technik trotzdem zum Megaseller wird. Robert beschreibt auf “Nur ein Blog”, welche Zielgruppe perfekt für den iPad wäre. Die Redakteure von Basic Thinking sind hingegen der Ansicht, dass niemand wirklich den iPad braucht … zurzeit zumindest. Gerhard ist zwiegespalten: Ist es nun eine Revolution oder doch nur Technikschrott? Wilhelm Zsolt vom Standard ist sich auch noch nicht sicher, ob dieses Ding denn irgendjemand braucht.

Aber vor allem war der iPad auf Twitter ein großes Thema: Ich habe sogar schon erklärt, dass ich ihn mir irgendwann (wahrscheinlich so wie das iPhone in der dritten Generation) kaufen werde. @Kratochvil meinte (leider ist er protected), dass er genau auf so etwas gewartet hatte, seit damals die ersten Tablets auf den Markt kamen. Viele kritisier(t)en wieder einmal, dass Flash nicht unterstützt wird.

Dann darf also meine Meinung nicht fehlen:

Der Hype war, für meine Verständnisse, genial angelegt von Apple. Vielleicht wusste man, dass das auf den ersten Blick nicht nach der angekündigten großen Revolution aussehen wird. Ist es denn nun die große Revolution? Oder doch nur (huch, der Witz läuft schon seit Tagen auf Twitter) ein iPhone für sehbehinderte Pensionisten?

Mir gefällt es: Die Steuerung ist intuitiv (hach, eben die typische iPhone-Steuerung), die Idee dahinter großartig. Das Ding zwischen iPhone und Computer. Vielleicht wirklich um einiges sinnvoller als so manches Netbook (welche ja von Herrn Jobs furchtbar kritisiert wurden). Beim Bücherlesen ist das iPad schöner als der Kindle von Amazon, das Schreiben wird wahrscheinlich durch das überarbeitete iWork ein Hammer. Überhaupt erscheint es mir, dass erst dieses Produkt den Ausdruck “Notebook” verdient hat. Schade, dass dieser schon vergeben ist.

Sehr, sehr lustig finde ich hingegen, dass der Buchmarkt von Apple “iBook” heißen wird. Wisst ihr noch, was das früher einmal war? Genau, die Einsteiger-Notebooks von Apple, die damals ja ungefähr so bunt wie die iMacs waren.

Und ist es nun eine Revolution?

Ja. Eindeutig. Denn der Preis wird durch Mobilfunkverträge weiter vermindert werden. Die Leute werden es anfangs aus Neugier, dann aus Überzeugung kaufen. Das iPad macht Tablet PCs zum ersten Mal salonfähig. Und tötet ganz nebenbei Flash (was ja mitunter gar nicht mal so schlecht ist). Also ja. Es wird ein Produkt für die Masse sein, neben dem Buch- womöglich auch den Zeitungsmarkt revolutionieren, und Steve Jobs wird wohl wieder ganz erfreut in seinen Stuhl sinken und darüber nachdenken, was jetzt noch so zu tun ist.

Ich kann mir das iPad in vielen Bereichen unseres Lebens vorstellen. Es umfasst so viele Möglichkeiten, und ist gleichzeitig so kompakt, dass ich mich schon richtig darauf freue, dieses Ding irgendwann einmal in naher Zukunft in der Hand halten zu können.

Was aber wirklich das Genialste an Apple ist: Die Vermarktung. Durch den Hype landen sie in allen Zeitungen, meist auf der Titelseite. Und so wissen meine Eltern, ohne dass ich ihnen stundenlang erklären muss, was das nun genau ist, was dieser Steve Jobs da vor vier Tagen vorgestellt hat. Ein iPad natürlich. Und das ist mir bisher bei noch keinem Technikschrott passiert.

photocredits: http://www.apple.com/at/

just4ikarus
15:56

Prognosen zum Wahlmarathon 2010


Mal wieder auf  den letzten Drücker: Thomas von feuerhaken.org hat eine Blogparade zum Wahljahr 2010 ausgerufen. Und weil es thematisch ja wirklich sehr gut in diesen Blog hier passt, werde ich heute, am letzten Tag  der Blogparade, einen Beitrag basteln.

Ich muss ja zugeben, dass ich erst durch seinen Blogbeitrag draufgekommen bin, dass es auch in Tirol, Vorarlberg und Niederösterreich Gemeinderatswahlen geben wird. (Ich als Oberösterreicher bin ja die sinnvollere Zusammenführung von Landtags-, Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl gewohnt). Aber ich versuche natürlich trotzdem, alle Wahlen mit meinen Prognosen zu strapazieren.

Gemeinderatswahlen

Vorarlberg – Tirol – Niederösterreich – Steiermark

Die drei von VP-Hand geführten Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Niederösterreich werden, zumindest wenn man den Bundespolitiksfaktor einrechnen darf, auch weiterhin von der VP regiert werden. Die SPÖ (in Vorarlberg und Tirol absolut nicht beachtenswert) wird auch in Niederösterreich eine Wende bringen. Dazu war die SP-Politik in Niederösterreich furchtbar ruhig.

In der Steiermark, mit SPÖ auf Landesebene und VP-Bürgermeister in Graz wird alles natürlich spannender. Voves hat auf Landesebene eben nicht die grandiose Figur abgegeben, trat manchmal von einem Fettnäpfchen ins nächste. Hier kann es natürlich sein, dass aktuelle SP-Gemeinden wieder stark verlieren werden.

In allen Bundesländern wird die FPÖ leider stark dazugewinnen. Das ist gewiss. Leider.

Bundespräsidentenwahl

Heinz Fischer bleibt, natürlich. Das hat ja auch noch nie jemand bestritten. Das BZÖ und die Grünen werden keinen Kandidaten aufstellen. Die ÖVP traut sich nach der blamablen Geschichte rund um Erwin Pröll auch nicht mehr (obwohl sie eigentlich sollte). Und die zwei größten Gegner von Fischer bei der Wahl werden der/die FPÖ-KandidatIn und … Richard Lugner.

Landtagswahlen

Burgenland

Nachdem die SPÖ im Burgenland brav auf die rechtspopulistische Schiene aufgesprungen ist, um ja bei der Wahl auch weiter zu bestehen, werden sich die Verluste gering halten. FPÖ wird dazugewinnen, ÖVP stärker verlieren. Nichts Unerwartetes.

Steiermark

Die Meinungsumfragen sagen ja einen Kampf um Platz 1 zwischen SPÖ und ÖVP voraus. Meiner Meinung nach bleibt die SPÖ auf Platz 1, die ÖVP holt aber auf, die FPÖ wird stärker (wie immer), die Grünen bleiben unverändert. Das BZÖ? Kommt nicht in den Landtag hinein, selbst mit Gerald Grosz. Und die KPÖ wird es wieder einmal schaffen, im Landtag zu bleiben. Aber mit herben Verlusten.

Wien

Häupl bleibt Absolutregent. (Obwohl es schön und wichtig wäre, wenn er etwas mehr zur Zusammenarbeit gezwungen werden würde, denn jede Absolute ist unnötig). Die FPÖ gewinnt dazu, aber einen Kampf um den Bürgermeister-/Landeshauptmannsessel wird es sicherlich nicht geben. Die VP wird noch uninteressanter. Und die Grünen werden nur minimal dazugewinnen. Das BZÖ in Wien? Hat auch da keine Daseinsberechtigung.

Kärnten

Kärnten? Ja. Ich bin mir sicher, dass dieses Jahr sicherlich noch die Regierung zerbricht. Und spätestens Anfang 2011 gewählt wird. Wahlsieger wird die SPÖ sein. Aber da hier nun keine Partei mehr eine wirkliche Großpartei mit über 30 Prozent sein wird, bleibt natürlich spannend, wie sich die kommende Regierung zusammensetzt. Mit BZÖ/FPK/FPÖ darf/kann/soll/muss man nicht zusammengehen. Deshalb wär es wohl interessant, eine SP-VP-Grüne – Dreierkoalition, die das Land wieder auf Vordermann bringt. (Oder kommt vielleicht sogar etwa eine große neue Liste?)

Zusammenfassung

  • Die SPÖ wird dieses Jahr keine so großen Verluste einfahren wie 2009. Liegt aber auch an den Grundvoraussetzungen.
  • Das BZÖ wird dieses Jahr sterben, auch wenn Bucher die Partei … genauso wie ihren verstorbenen Führer … wohl noch einige Zeit hirntot weiter hinter sich herziehen werden.
  • Die FPÖ wird immer weiter dazugewinnen. Aber meinen Wünschen nach wird es die Partei irgendwann einmal das Genick brechen, weil sie in irgendeine Affäre verwickelt sein wird. Wär’ doch schön.
  • Die ÖVP hat bei den meisten Wahlen nichts zu verlieren. Außer vielleicht in der Steiermark die Chance auf den Sessel. Aber dazu waren sie wohl zu … ruhig.
  • Die Grünen? Bleiben gleich. Wie schon seit Jahren.
just4ikarus
12:00

January 28 2010

just4ikarus
20:22

Die politische und gesellschaftliche Ohnmacht in Sachen Gleichberechtigung


Gestern Nacht in einer neuen Ausgabe des Diskussionsformates “ampunkt.” auf ATV ging es um das Thema “Macho-Land Österreich“. Und vor allem durch die Diskussionen auf Facebook und Twitter rund um dieses Thema wurde mir bewusst, dass ich mich unbedingt mit einem langen Eintrag zu Wort melden muss.

Die Gäste dieser Ausgabe waren: Gabriele Heinisch-Hosek, Frauenministerin SPÖ – Carmen Gartelgruber, Frauensprecherin FPÖ – Christian Friesl, Industriellenvereinigung – Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin WKÖ

Zuallererst muss ich zugeben, dass ich erst etwas später dazugestoßen, und erst durch Facebook überhaupt darauf aufmerksam geworden bin: so habe ich die Diskussion rund um die Bundeshymne versäumt, und auch wahrscheinlich über die Machoseite Österreichs. Eigentlich hörte ich nur mehr von allen Seiten, was getan werden muss, damit Österreichs Frauen endlich gleichberechtigt sind.

Um noch einmal zum Bundeshymnenstreit Stellung zu nehmen: Ich habe einfach keinen solchen Nationalstolz, dass ich jede Veränderung der Hymne als böse Tat ansehe. Mir erscheint die Hymne sogar schon seit Jahren langweilig. Es würde mir rein gar nichts ausmachen, wenn sie geändert, oder einfach jedes Jahr neu via Casting ermittelt werden würde. Und ja. In Österreich leben nicht nur Söhne, sondern auch Töchter. Allerdings muss ich dazusagen, dass ich es lächerlich finde, dass die Republik Österreich scheinbar nicht über den Text ihrer Hymne bestimmen darf. (So scheint es zumindest.)

Und nun zur Gleichberechtigungsfrage: Leute, ich fordere die Gleichberechtigung schon lange (seit dem Beginn meines politischen Interesses vor nunmehr ungefähr zehn Jahren). Nur gibt es gewisse Punkte, an denen ich nicht einfach nur die Gleichberechtigung fordere, sondern eine grundsätzliche Reform (damit sich so nicht nur für die Frauen, sondern auch für die Männer verbessert).

Ein solches Thema ist der Grundwehrdienst. Ich sehe keinen Sinn hinter diesem (auch wenn jene, die ihn besucht haben, davon schwärmen, dass sie etwas fürs Leben gelernt haben … außer bei Überschwemmungen etc. bringen sie Österreich rein gar nichts). Österreich sollte sich auf ein Berufsheer konzentrieren. Und trotzdem würde ich es bevorzugen, wenn alle 18-Jährigen ein soziales Jahr absolvieren müssten. Der soziale Bereich wird immer, immer wichtiger und daher wäre es nur sinnvoll, den jungen Erwachsenen zu zeigen, wie es denn so zuläuft, auf dieser Welt. Und das fordere ich eben nicht nur für die Männer, sondern auch für die Frauen.

Gabriele Heinisch-Hoseks beste (und somit lächerlichste) Aussage war: “Ich sehe nicht ein, warum sie ein Jahr verlieren sollten” (als jemand via Facebook forderte, auch Frauen sollten den Grundwehrdienst absolvieren). Wir Männer verlieren dadurch ein Jahr (ja, und auch wenn Grundwehrdienst 6 und Zivildienst 9 Monate dauert … bis zum nächsten Studiumsjahr dauert es immer). Und – zumindest glaube ich das – so würden auch viele Menschen auch mal etwas Respekt vor den Mitmenschen bekommen, etwas mehr Mitgefühl, vielleicht sogar Empathiefähigkeit. Denn diese Fähigkeiten fehlen mitunter beiden Geschlechtern.

Das nächste leidige Thema war die Einkommensschere zwischen Mann und Frau. Ist das nicht genauso ein Thema wie die Gesamtschule? Etwas, worüber die Politik nun schon seit Jahrzehnten diskutiert, vor jeder Wahl Versprechungen rausbläst und nachher immer nur beschwichtigt?

Ich verstehe nicht, warum es ganz einfach per Gesetz festgelegt werden kann, dass eine Frau für die selbe Arbeit genau dasselbe Geld verdienen soll? So könnten benachteiligte Frauen genau dies einklagen? Ist das so schwer? Oder wovor haben denn die Parteien denn nun wirklich Angst? Warum braucht eine Regierung eine Frauenministerin, wenn die seit Jahren sowas nicht auf die Reihe bringt?

Und dann gings noch weiter: Der Arbeitsmarkt. Diese jungen Frauen werden ja geradezu in frauentypische Berufe gedrängt (ich weiß es zwar nicht, aber zähle zumindest den Friseurberuf automatisch dazu). Nun ja … vielleicht ist es ja sinnvoll jungen Frauen die technischen Berufe näher zu bringen. Aber ich glaube ganz einfach, dass diese weiblichen Stereotypen, die schon in der Erziehung von klein auf existieren, die Frauen in genau diese Berufe treiben. Genauso, wie sie Männer in die Technik drängen. Da ist es vielleicht schon zu spät, mit 14, 15 die Mädchen über die Möglichkeiten zu informieren.

Ein Artikel aus dem Wiener (erhalten im September 08, auf dem Heimflug von Stockholm) bleibt mir noch heute im Gedächtnis. Darin schrieb man zwar etwas … radikalisierend von der Re-Emanzipation der Männer, was aber wirklich hängen blieb war jener Fall: Eine Ehe geht auseinander, die Frau bekommt das Sorgerecht für die beiden Kinder. Irgendwie lässt sich das nicht mit ihrem neuen Freund vereinbaren, sie gibt die Kinder dem Mann. Der stellt seinen Job um, arbeitet von zuhause, krempelt das ganze Leben um. Zwei Jahre später hat es sich die Mutter anders überlegt, und bekommt vom Gericht die Kinder zurück.

Ein sehr schlimmer Fall, ja. Aber ist es nicht so, dass 95 Prozent der Frauen das Sorgerecht zugesprochen bekommen? Das kann wohl nicht immer nur an der Mutterfürsorge liegen. Und haben Väter nicht so etwas? Hier ist akuter Handlungsbedarf (auch im Sinne der Kinder), Änderungen sind aber schon in Aussicht.

Ja. Ich bin für Gleichberechtigung. Aber es sollen wirklich für beide Geschlechter die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten gelten. Ich sehe in vielen Punkten ganz einfach eine “Bevorzugung” der Frauen. Und dafür stellt  man natürlich auch immer “Tja, dafür werden wir schwanger, und ihr nicht” in den Vordergrund (und ja, ich meine das ernst: Höre dieses Argument verdammt oft!).

Das was uns von der Politik und vielen Vereinen als Gleichberechtigung vorgegaukelt wird, ist das einfach nicht. Vielleicht ist es einfach das System, die Gesellschaft selbst, die es nicht zulässt, dass eine Geschlechter-Gleichberechtigung herrscht: Väterkarenz gibt es, aber wird es als normal angesehen? Werden Mütter da nicht sehr oft schräg angesehen, wenn nicht sie, sondern der Kindesvater daheim bleibt? Daran scheitert es wahrscheinlich.

Und daher ist es einfach an der Zeit, vieles gänzlich zu reformieren. Bevor das nicht passiert ist (Lohn, Alternativen zum Grundwehrdienst und Sorgerecht sind hier nur wenige Beispiele), kann auch die Gleichberechtigung nicht stattfinden.

(photocredits: der Header vom ATV amPunkt-Blog, ich hoffe, ich darf ihn benutzen)

January 27 2010

just4ikarus
15:00

January 25 2010

just4ikarus
09:27

Beatrix Karl, kritisch betrachet


Eines kann er nicht, der Pröll. Etwas geheimhalten. Und so wissen die Medien schon alles, was der Vizekanzler erst im Laufe des Tages verkünden wollte: Beatrix Karl wird der neue Johannes Hahn. Und jetzt die Fragen: Wer? Warum?  Was heißt das nun? Mal sehen.

Johannes Hahns Abschied war gekrönt von den sich von Wien aus ausbreitenden #unibrennt-Protesten, die z.B. in Deutschland schon zur Reformbereitschaft führten, während in Österreich irgendwie einfach nur Zeit geschunden wurde.  Es war kein glücklicher Abschied für ihn, und es war auch keine gute Amtszeit. Er war zwar eine Steigerung gegenüber Liesl Gehrer, aber ein Stein wäre hier schon eine Steigerung gewesen.

Wer?

Jetzt hat sich also Josef Pröll für Beatrix Karl entschieden. Für mich erlangte sie Bekanntschaft, als sie ÖAAB-Generalsekretärin wurde. Nebenbei wurde sie schließlich auch zur ÖVP-Wissenschaftssprecherin ernannt und trat deswegen schon bei den Gesprächen rund um die #unibrennt-Proteste auf. Außerdem ist sie Uni-Professorin. Und das aktuell Wichtigste: Sie ist Steirerin.

Warum?

Natürlich ist es schwer, einen Wissenschaftminister zu finden. Wenn man mit zu sehr beschränktem Budget (dank Finanzminister Pröll) zu kämpfen hat, ist es  schwer, Sympathiepunkte zu sammeln. Und wer rennt schon gerne ins offene Messer? Warum also nun Karl? Unter anderem, weil sie Steirerin ist. Eine Steirerin in der Regierung, und das im Jahr der steirischen Landtagswahl, wo es vielleicht sogar möglich ist, den Landeshauptmann für die VP wieder zurückzuerobern. Man könnte also sogar annehmen, dass sie, wäre sie z.B. Oberösterreicherin, nicht Wissenschaftsministerin geworden wäre. Das soll hier auch beschränkter Vorwurf auf die VP sein, denn auch die SPÖ agiert leider so.

Dass sie nebenbei auch noch Uni-Professorin ist, ist natürlich auch ein gutes und wichtiges Detail. Außerdem ist sie relativ jung (42 Jahre sind für Politiker … nichts!), und sozusagen ein halbwegs unbeschriebenes Blatt.

Was heißt das nun?

Beatrix Karl ist frisch, neu. Daher kann man (ich) jetzt auch noch nicht wirklich über sie urteilen. Dass die Medien sie als liberal hinstellen (ist das bei der VP nicht … ähm … verboten?), und sie Verständnis für die #unibrennt-Proteste hatte (anstatt Häme), macht sie mir so auf die Schnelle etwas sympathisch.

Man kann also sagen, dass Josef Pröll eine sinnvolle und verständliche Wahl getroffen hat. Dass es mit seinem Wunsch, Rektoren in dieses Amt zu hieven, nicht geklappt hat, ist wiederum auch verständlich. Mal sehen, wie sich Beatrix Karl bei den Hochschuldialogen schlagen wird. Nur frage ich mich, ob man dafür wirklich 3 Monate braucht. Oder passt es jetzt einfach besser, nachdem der Termin für die Steiermarkwahl feststeht? Man weiß es nicht.

Zumindest wünsche ich mir einfach mal, dass es im Wissenschaftsressort endlich besser wird. Nach all den Jahren der Flaute.

photocredits: Kurier

EDIT: Und zum Claudia Schiffer-Thema

Mit einem muss ich zu Beginn gleich anfangen: Sie sieht nicht wie Claudia Schiffer aus. Das will ich ihr nicht zum Vorwurf machen, sind wir doch in der österreichischen Politik doch sehr, sehr selten mit schönen Menschen verwöhnt. Aber das tut ja hiermit nichts zur Sache.

Darauf gekommen bin ich, als ich das Twitpic bei Svejk sah. Selbst hätte ich mir darum keine Gedanken gemacht und ich möchte auch nicht, dass man daraus schließt, dass ich finde, Beatrix Karl sei hässlich. Sie ist es eindeutig nicht, aber zu einer Claudia Schiffer, wie sie in der überaus qualitativ hochwertigen Zeitung ÖSTERREICH bezeichnet wird, fehlt ihr eben doch etwas.

January 24 2010

just4ikarus
21:21

Geschwisterschweigen.


Manchmal wird in meiner aktuellen Trotzigkeit gerne vor allem eine Prise Spätpubertät gesehen. Das ist falsch. Überhaupt werde ich sehr oft sehr falsch eingeschätzt, und deshalb überlasse ich es mir seit Wochen und Monaten eigentlich nur mir selbst, mich einschätzen zu dürfen. Und um das auch nur ansatzweise vorzeigen zu können, muss ich natürlich meilenweit ausholen.

Ein aktuelles Thema ist das Stillschweigen zwischen meiner Schwester und mir. Mir und meiner Schwester. Seit dem 25. Dezember 2009 habe ich kein Wort mehr mit ihr geredet. Manche werden sagen, das sei ja noch nicht lange. Ist wohl auch wahr. Aber dazu später mehr. Erst heute habe ich wieder einmal in einem sehr, sehr langen Telefonat mit meiner Mama erläutert, warum ich das mache, und warum ich nicht daran denke, aufzuhören. Weil meine Schwester nicht das ist, was ich mir von ihr erwarte. Sie ist nicht die große Schwester, die sich um mich kümmert, die große Schwester, mit der ich über alles reden kann, sie ist auch nicht ein Mensch, auf den man sich 100 oder zumindest zweiprozentig verlassen kann. Sie ist meistens nur nett, wenn sie etwas braucht. Und Minuten, Stunden später ist sie es nicht mehr.

Und das läuft nun schon seit Jahren so. Ich bin vielleicht trotzig, und habe diese leicht pubertäre Art der Konfrontation, das krampfhafte Schweigen, ausgewählt, weil ich mir einfach nicht mehr zu helfen weiß. Familie bedeutet mir unglaublich viel, und ich weiß, dass ich zurzeit durch diesen nonverbalen Streit ein kleines Zerwürfnis hineinbringe. Aber ich will nicht mehr. Ist es blöd, dies zu sagen? Ich will nicht mehr! Verdammt! Nicht einmal ein Wort der Begrüßung oder des Abschiedes ist sie mir wert! Kein Hallo und kein Tschüss. Nicht einmal ein “Leck mich!” hätte ich für sie übrig. Nicht einmal ein Blick. Nichts. Mehr.

Es ist traurig, ich weiß. Traurig, dass es soweit kommen musste. Traurig, dass sie es nicht einsieht. Sie lebt unbehelligt weiter, ist nicht einmal interessiert, auch nur ansatzweise etwas an ihr zu ändern. So wie immer. Dass ich in der letzten Woche drei Tage hintereinander von ihr geträumt habe, wird sie wohl nie erfahren. Dass ich mir eine friedliche Koexistenz wünsche, wohl auch nicht. Und dass ich irgendwann einmal glaubte, wir könnten sogar Freunde werden, sowieso.

Bin ich also trotzig? Klar. Pubertär? Maybe.  Hilft es mir? Ich weiß es nicht. Ich zumindest schätze mich so ein, dass ich das noch einige Zeit durchziehen werde. Ich habe keine Lust mehr auf-, mehr nachzugeben. Ich wurde von ihr schon viel zu oft enttäuscht. Jetzt ist sie mal damit dran.

Posted in Das Leben
just4ikarus
12:00

January 22 2010

just4ikarus
12:45

Causa Aliyev – Vorwürfe, Vermutungen und schließlich eine Anzeige


Rakhat Aliyev, der ehemalige kasachische Botschafter. Seine Geschichte zeigt wieder einmal den Irrsinn des österreichischen Rechtssystems, Unerklärliches bei der Vergabe von Aufenthaltsbewilligungen und schließlich auch, dass SPÖ und ÖVP mit dem Auflösen des Spionageuntersuchungsausschusses nicht nur sich selbst schützten, sondern so auch an der Nichtaufklärung von Aliyevs Taten Schuld sind.

Nachdem ich mich etwas in die ganze Geschichte eingelesen habe, hilft wohl nur Kopfschütteln und der Versuch, euch, liebe Leser, mit diesem Eintrag weiter zu informieren. Es steht nun daran, mehr und mehr Leute zu informieren, damit ein solcher Akt der Ungerechtigkeit beendet wird. Die Geschichte ist umfangreich, die Namen aufgrund der kasachischen Herkunft schwer zu merken, deswegen versuche ich die gröbsten Umstände leicht verständlich zusammenzufassen.

Rakhat Aliyev ist ein mutmaßlicher Schwerverbrecher. So wurde er doch in seiner Heimat wegen Entführung, Erpressung, der Bildung einer organisierten kriminellen Vereinigung, und verschiedener weiterer Delikte zu 20 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die österreichische Justiz weigert sich aber, ihn auszuliefern, weil man mit der Menschenrechtslage in Kasachstan nicht zufrieden sei. Nun wäre Österreich aber verpflichtet, selbst zu ermitteln, was die Justiz aber bisher unterlässt. Dass es Opfer gibt, zeigt der Verein Tagdyr, zu Deutsch “Schicksal”. [Hier der Link zur Facebook-Seite] Gegründet von zwei Frauen, deren Männer durch Aliyev entführt wurden. Und vor allem das Schicksal von Anastasiya Novikova, Aliyevs ehemalige Freundin, ist furchtbar, wie das folgende Video zeigt.

Die Justiz weigert sich bisher, Aliyev auszuliefern, denn somit würde man einen Menschen ins offene Feuer laufen lassen. Aber warum passiert keine Anklage auf österreichischen Boden? Warum kann sich Rakhat Aliyev frei bewegen? Auch den mutmaßlichen Mord an Anastasiya, wo Aliyev selbst sie mit Peitschenschlägen folterte, sind für die österreichische Justiz kein Grund, weiter zu ermitteln. Und eine weitere ganz wichtige Frage: Wie konnte Aliyev innerhalb von nur 48 Stunden eine Aufenthaltsberechtigung und ähnlich rasch auch eine Niederlassungsbewilligung in Österreich erhalten? Schützt Österreich hier also wirklich einen Unmenschen?

So wie es aussieht: Ja!

Der Fall Aliyev kam mir ja schon ein paar Mal unter die Augen. Auch der sogenannte Spionageuntersuchungsausschuss, welcher beendet wurde, weil er wahrscheinlich doch ein zu schlechtes Licht auf ÖVP und SPÖ gelegt hätte), hat sich mit dieser Causa beschäftigt. Aufgrund des frühen Abbrechens konnte man sich leider nicht ausgiebig genug mit dem Fall beschäftigen.

Am 19. Jänner wurde von den Eltern der verstorbenen Anastasiya Strafanzeige eingebracht, unterstützt werden sie und der Verein Tagdyr von der Rechtsanwaltskanzlei Lansky, Ganzger + Partner. Jetzt heißt es einfach, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft mitzuverfolgen: Wird Anklage erhoben? Meldet sich die Justizministerin zu Wort? Wir alle müssen nun aufpassen, damit der Fall nicht wieder im allgemeinen Chaos untergeht.

Deswegen würde euch bitten: Bloggt auch ihr darüber, erzählt euren Freunden davon, twittert dazu. Machen wir all das zu einem Thema, was Österreich eigentlich schon längst hätte interessieren müssen! Spread the word, wie man so schön sagt.

January 21 2010

just4ikarus
22:43

Nacht.


„Was ist das hier eigentlich für dich?“
- „Hm? Was?“
„Das hier. Was ist das für dich?“

Ich war gerade irgendwo auf Gedankenausflug.

„Hm.“

Ein kurzer Moment des Nachdenkens wird mir hier wohl gestattet sein.

„Es ist schwer zu sagen. Es ist etwas … Besonderes.“

Emilys Blick zeigt mir an, dass sie sich hier eine ausführlichere Antwort wünscht.

„Es ist deshalb etwas Besonderes, weil irgendwie alles so vollkommen anders passiert ist, als ich es mir jemals vorstellen konnte. Dieser Zufall, als du zufällig mir gegenüber Platz genommen hast, und der Schaffner uns erst so richtig zusammenführte, die anfänglichen Gespräche, die schon damals über den normalen Smalltalk hinausgehen. Dann die Wiedersehen, egal ob sie nun zufällig oder von irgendjemanden von uns beiden gewollt waren. Immer wieder dein Lächeln und meine Freude darüber. Wir haben uns vom ersten Moment an total anders verhalten, als Menschen, die sich gerade das erste Mal sehen. Ich bin so etwas eigentlich nicht gewohnt.“
- “Hm.“

Sie kämpft sich gerade die Worte zusammen, versucht sie in der richtigen Reihenfolge rauszupressen.

„Und … und was empfindest du für mich?“

Es ist ja nicht so, dass wir darüber nicht schon Mal ansatzweise gesprochen haben. Aber wir haben uns nie darüber ausgesprochen. Und ließen immer dieses Mysteriöse zwischen uns.

„Bitte lache nicht. Aber ich habe mich ungefähr auf den dritten Blick in dich verliebt. Fand deine Art damals so … ja, besonders. Du stelltest den Gegenpol für meine Schüchternheit dar. Ich mochte deine Stimme, dein Lächeln, war richtig stolz, wenn ich einen guten Witz loslassen konnte. Dann sahen wir uns immer wieder, und immer wieder kribbelte es auch. Wir schütteten unsere Gefühle aus, erzählten aus unseren Leben. So oft hast du mich aufgefangen, als ich mich kopfmäßig ins Nichts stürzte, und so viele Male habe ich versucht, dich aufzufangen.

Bei dir verspürte ich eine ungeahnte Nähe. Eine zauberhafte Behutsamkeit, eine seltene Liebe. Und schon befand ich mich in dieser Zwickmühle … ja, ob es denn wirklich Liebe war, oder ob es nur eine wunderbare neue Art der Freundschaft ist. Eine Freundschaft, beschränkt auf eine Stunde pro Woche und einen Waggon in dieser riesigen Welt. Ich wollte nichts zerstören, deswegen habe ich auch nie versucht, dich zu küssen. Ich genoss einfach, wenn du auf meiner Schulter einschliefst, oder mir mit deinem wundervollen Enthusiasmus aus deinem Leben erzähltest. Und würde die Liebe überhaupt bestehen können, wenn wir unsere Beziehung, so wie sie jetzt ist, weiterführen würden? Ohne uns in der … Außenwelt zu treffen?

Denn damit hätten wir genau das verloren. Das, was es so unglaublich machte. So bewundernswert anders als all die anderen Beziehungen, die man eben so kennt. Wir wären nicht mehr das Paar aus dem Zug, das schon vom Schaffner mit einem Lächeln begrüßt wird. Wir wären genau wie all die Anderen. Wir würden die Beziehung der realen Welt zum Fraß vorwerfen, wir wären normal. Deswegen habe ich versucht, diese kribbelnde Liebe in etwas Anderes umzuwandeln. Und so liebe ich dich eben auf eine andere, neue Art.“

„Und.“ Wortsammlerei. „Und bitte frag’ du mich. Frag’ du mich, was ich für dich empfinde.“
- „Na dann. Was (an diesem Moment muss ich plötzlich etwas schlucken) … was empfindest du für mich?“

„Ich … ich könnte jetzt auch von ganz vorne anfangen. Aber nein. Du kennst mich. Mir kommt es doch immer aufs Hier und Jetzt an. Also … ich … ich glaube, ich habe mich in dich verliebt. „

Habe ich das erwartet? Nein.

„Ich hab’ mich in dich verliebt, als du mir damals diese Haarsträhne aus dem Gesicht wischtest, und damals, als ich dir die Träne von der Wange tupfte. Ich habe mich gerade eben in dich verliebt, als du mir zeigtest, dass du dir so viele Gedanken über uns gemacht hast. Und jetzt steh’ ich hier. Und komme auf den selben Gedanken wie du. Verdammt. Ich will doch auch nichts zerstören.“

„Müssen wir es? Müssen wir denn etwas zerstören?“

Ja, so bin ich. Anfangs vom Schlimmsten ausgehen, um sich anschließend doch noch ein paar Lösungswege zu überlegen. Es wird hier doch wohl etwas geben, dass nicht alles kaputt macht.

Emily hat sich neben mich gesetzt. Legt ihren Kopf auf meine Schulter und aus dem Augenwinkel heraus bemerke ich eine kullernde Träne.

„Ach, Emily. Komm. Wir sind etwas Besonderes, das weißt du doch. Warum sollten wir nicht auch so etwas schaffen?“

Kaum zu glauben, dass ein Liebesgeständnis so viele Probleme erzeugen kann. Ist vielleicht doch das ganze Setting unserer Geschichte für nichts und wieder nichts aufgebaut worden? Klammern wir uns hier nur krampfartig an etwas fest, was sowieso in Kürze zu verfallen droht?

Sie dreht den Kopf zu mir hoch, und ihre Lippen beginnen die meinen zu berühren. Das ist er, unser erster Kuss. Hoffentlich ist hier irgendein Gerichtssaalmaler, der diesen Moment in aller Skizziertheit für unsere Postkarte festhalten kann. Sanft streiche ich ihr mit einer Hand über den Hinterkopf.

Es wird schräg werden, anders als gewohnt, anders als wir es uns vorstellen. Aber jetzt bin ich mir sicher. Und Emily scheinbar ja auch. Wir werden es versuchen.

Ein Zwischenstück. Zumindest passiert all das vor „Genauer betrachtet“ angesiedelt. Ein wichtiger Punkt der Geschichte. Hoffe, dass auch das hier gefällt. Ob es sich schließlich so genau im Buch wiederfinden wird, weiß ja sowieso niemand. Aber zurzeit liegt es ja sowieso nur daran, verschiedene Pfeiler zu erstellen, um irgendwann eine Brücke darauf zu bauen. Und hier der Eintrag am Projektblog.

Posted in Literarisches, Volle Distanz.
just4ikarus
19:55

January 20 2010

just4ikarus
19:17

Der Kreislauf der Banalität.


Manchmal muss ich sogar lachen. So richtig laut, mit Mund offen und Kopf zurück. Einfach nur aufgrund der Banalität des Lebens. Weil wir uns Sorgen machen, um Dinge, die es manchmal einfach nicht verdienen, dass man sich darum sorgt. Weil wir um etwas kämpfen, was wir manchmal insgeheim gar nicht haben wollen. Weil wir Angst haben, etwas zu verlieren, was wir wohl noch nie hatten. Ja. Manchmal, da lache ich. Und niemand versteht mich in meinen kleinen humangetränkten Späßchen.

Eigentlich ist das Ganze ja etwas ganz Besonderes. Überall hört man nur, dass die Stufe vom pubertierenden quengelnden Weltschmerzteenager zum ach so großartigen Erwachsenen das Wichtigste sei. Ich will nicht. Will nicht Herrn Alltag und Frau Routine täglich routiniert die Hand schütteln. Darüber sprach ich schon, und vielleicht ist das auch nur ein sehr spätpubertärer Traum. Was für mich aber immens wichtiger als all das ist, ist etwas ganz Anderes: Eine der wichtigsten Stufen in unserem Leben ist jene, auf der wir bemerken, dass sich nicht die ganze Welt um einen dreht. Dass man nicht einzigartig ist, auf gewisse Art und Weise natürlich schon, aber gefangen in dieser Suppe aus überdurchschnittlich durchschnittlicher Menschheit. Wo jeder seine Sorgen, Ängste, Nöte, Hoffnungen, Träume hat. Sobald wir bemerken, dass wir nicht allein auf dieser Welt ist, ist einem selbst (und natürlich der Welt selbst) ein großer Dienst getan.

Und wie ich es kürzlich erst in einem meiner siebentausendfünfundvierzig Tweets schrieb: „Wir haben verlernt, unernst zu sein. (Daran scheitert die Welt, jawoll!)“ [X] So ist es, liebe Leute. Und es geht nicht nur darum, der Welt unernst gegenüber zu treten. Vor allem muss man unernst gegenüber sich selbst sein. Das verhilft viel zu oft zu einem Lächeln, zu einem optimistischen Kichern. Und manchmal, da macht man es laut, mit offenen Mund und Kopf nach hinten. Nur um wieder bei der Banalität des Lebens angekommen zu sein.

photocredits: Katie Tegtmeyer | flickr

Posted in Das Leben, Literarisches

January 17 2010

just4ikarus
22:17

Genauer betrachtet.


„Und du glaubst mir nicht, nicht wahr?“

Aus Emilys Gesicht war die Unbesorgtheit schlagartig verschwunden. Nein, ich glaube ihr nicht. Ich bin wütend, in mir brodelt es. Wie konnte sie mir das alles nur antun? Mir so viel zu verschweigen? Mich so nebensächlich abzuhandeln.

„Nein. Natürlich nicht.“

Stille kehrt ein. In diesem Zugabteil, welches trotz einer Unmenge an anderen Menschen gerade so ungewohnt leer wirkt. So als würden nur sie und ich hier sitzen. Emily und Noah am Ende eines Traumspazierganges. Am Ende des Lebens ohne Probleme. Auch, wenn all das nur in der Retrospektive so einfach aussieht. Wir hatten von Beginn unserer außergewöhnlichen Bekanntschaft Probleme, die wir aber bisher einfacher zu verstecken wussten. Zu ignorieren. Und jetzt sind wir hier, mit all dem Schutt und der Asche und den Tränen.

„Ich …“

Eine Entschuldigung?

„Ich … ich kann nicht mehr.“

Das sind auch mal unerwartete Worte.

„Wochen-, nein, monatelang haben wir uns immer hier getroffen. Haben uns durch Zufall kennengelernt, haben unsere Gefühle ausgeschüttet, als wir noch nicht mal unsere Namen kannten. Haben begonnen, aus Bekanntschaft einen Freund und in ebenso schnellem Tempo Liebe zu machen. Wir haben nicht daran gedacht, dass es auch außerhalb ein Leben gibt.

Ja, ich habe dir viele Dinge nicht erzählt. Ich habe sie nicht für interessant befunden, habe nicht gedacht, dass sie dich auch nur in irgendeiner Art und Weise interessieren. Ich habe mich stets auf dich eingelassen, diese eine Stunde. Habe sehnlichst darauf gewartet, dass der Zug einfährt und ich dich an diesem angestammten Platz finde.

Und in dieser so ungewöhnlichen …“

Ja, da hat sie Recht. Unsere Beziehung war darauf aufgebaut. Auf dieser Ungewöhnlichkeit, die für uns vielleicht erst diesen Reiz ausmachte.

„… so ungewöhnlichen Beziehung passiert eben mal auch irgendein verdammter Fehler. Wir sind beide nicht perfekt, genau das hast du selbst ja schon einmal gesagt. Und dann küss’ ich eben mal diesen Typen.“

Eben mal. Was ist das nur schon wieder für ein Ausdruck.

„Und du selbst hast gesagt, dass du mich nicht einengen willst. Und genau du hast gesagt, dass du nichts von der Ewigkeit hältst.“

Ich bin sprachlos. Natürlich möchte ich niemanden einengen und hasse die Ewigkeit. Aber ist das Grund genug jemand anderen zu küssen? Oder reagiere ich hier einfach maßlos über? Aber auch Emily erkennt den falschen Weg den sie mit ihren Worten eingeschlagen hat.

„Es … es tut mir Leid.“

Ich bin wütend. Und um sie nicht weiter anstarren zu müssen, um nicht weiter ihren Worten lauschen zu müssen, lege ich meinen Kopf auf das Zugfenster, lasse die Welt da draußen vorbeiziehen, und versuche mich auf die Stille, auf das Vakuum in meinem Kopf zu konzentrieren. Es ist wohl an der Zeit, wieder etwas ruhiger zu werden.

„Die Fahrkarten, bitte.“

Der Schaffner, dieser werte Herr mit seinem wechselnden Aussehen und Auftreten, schafft in dieser, meiner Geschichte immer die schönsten und passendsten Auftritte. Ich drehe mich zu ihm um, lasse kurz meinen Blick mit Emilys treffen. Reiche ihm mein Ticket und möchte mich wieder gegen das Zugfenster fallen lassen. Aber ich kann nicht. Beginne zu lächeln und suche den Blick von Emily. Seit unserer ersten Begegnung schafft es dieses Ritual jedes Mal wieder, ein Lächeln auf unsere Lippen zu zaubern. Sie blickt auf, etwas bedrückt. Und für die kurzen Sekunden dieses Lächelns ist alles wieder perfekt.

Ich setze mich neben sie, greife ihre Hand und lege meinen Kopf auf ihre Schulter. Flüstere ganz leise „Sag nichts. Sag einfach gar nichts.“ – „Ich liebe ihn nicht.“, sagst sie und von mir kommt nur noch ein leises „Psscht.“  Ich will es nicht wissen.

Ein Auszug aus einem unbekannten Kapitel. Irgendwann in der Mitte des Buches. Übrigens ebenso auch am Projektblog veröffentlicht. Ein kleines Häppchen für meine vorfreudigen „Fans“. Ich hoffe, es gefällt. Ich stürze mich nun wieder ins Lernvergnügen.

Posted in Volle Distanz.
just4ikarus
22:16

Siebzehn. [Eine Meldungsübersicht]


Mal wieder.

  1. Das hier gerade ist eine furchtbar anstrengende und stressige Zeit. Zugleich gefällt sie mir aber auch wirklich gut.
  2. Ihr mochtet „Das wars. [Ein Liebesbrief]„? Seit heute gibts sowas auch in Englisch: „Through the glass [A love letter]
  3. Manche Vortragenden an unserer FH sind unmenschlich. Nicht weil man bei ihnen soviel zu lernen hat. Nein. Sondern weil man so viel lernen kann, was man will. Auf die richtige Antwort der Frage kommt man ja sowieso nicht. (Und das nervt.)
  4. Schnee und Sterne. Eine perfekte Kombination.
  5. Ich würde gerne Gitarre spielen und singen können. Ich wäre gut.
  6. Mein erster Poetry Slam als Gast hat mir unglaublich gut gefallen. Der Stil der Texte wär’ auch was für mich. Vielleicht steh’ ich ja auch mal auf so einer Bühne.
  7. Was freu’ ich mich schon auf die Ferien. Im Februar.
  8. „Volle Distanz. Näher zu dir“ geht voran. Zumindest im Kopf.
  9. Das Schönste in den letzten Tagen: Die frisch erdachten Klopfzeichen für meinen Wohnungsnachbarn und großartigen Freund.
  10. Ich habe eigentlich schon lange nicht mehr an früher gedacht. So für längere Zeit und mit Melancholie.
  11. Mit meinem Flickr-Proaccount, meinem iPhone und meiner morgen ankommenden neuen Low-Budget-Digicam wird es bald wieder vermehrt Bilder geben. Ich freu’ mich drauf.
  12. Oft bekämpfe ich die Lernpflicht mit Schreibwut. Manchmal wirkts.
  13. Schön langsam muss man die Koexistenz von Twitter, Posterous, Blog und Facebook-Fanpage akzeptieren. Es scheint zu funktionieren.
  14. Dank des Lernmarathons komme ich immer häufiger dazu, die komplette YouTube-Datenbank zu durchstöbern. Und mein Zimmer aufzuräumen. Und die Festplatte. Und das Internet.
  15. Manchmal komme ich  mir sogar schon richtig alt vor. (Wie müssen sich da erst die richtig richtig Alten fühlen?)
  16. In den letzten 2 Jahren habe ich eindeutig zu viel Geld für Technik ausgegeben. Aber mir gefällts. Also die Technik.
  17. Ich freue mich schon auf den Sommer und genieße jetzt noch schnell den Winter.
Posted in Meldungen
just4ikarus
15:50

Through the glass. [A love letter]


Dear you

You know me. I’m not that guy, who really can handle the words. But now I’m sitting here just to write you this letter. You are surprised? So am I. I’m surprising me since days. And all those days through I wasn’t able to stop thinking of you.

These words are right for you. I need you. I really do. It sounds weird, doesn’t it? But through all those days of thinking I just recognized this. We don’t know each other for ages, it’s just a few months ago, when we met. It wasn’t love at first sight. Well, you looked nice, interesting, beauty. But I hope you know this. But I really started to be interested after we met the second time. It was an awesome evening we spent together.

We started our relationship on a really weird idea of communication. We didn’t see each other very often. Maybe we just not need that. We wanted to start discovering each other with a distance. It was nice. But now? We are done, aren’t we? We need to go further, we need to start dating, don’t we?

You maybe haven’t recognized me as what I am. I’m a strange guy (well, that’s something you should have recognized yet), but in many ways I’m totally different from all the others. I’m romantic, I’m humourful, I can keep calm in the right moments. And I stopped thinking of eternity. Eternal love is nearly impossible. And I’m not looking forward to it. It’s hard to find the other part, which fits for “eternity”. Everybody’s changing, and sometimes you drift apart. That’s normal, isn’t it?

We should start it. Should start to fell in love, should start loving. Till the end. Days, weeks, months later, when the love is gone, and right before we both forget the wonderful time we spent together. We shouldn’t care about all those freaky people, who still believe in eternity. We would quit and everything would be alright, wouldn’t it be nice?

But although we both know that it will be over some day, I promise, that I won’t love you. Love isn’t something limited for few people. It’s easy to love someone. And I would be the one, who will give you wonderful feelings. Sometimes I just would like to hug you, for some seconds. And I would love to watch the stars with you, to walk through the cold, glittering snow. I would love to hold your hand, to touch your hair. I would cry, if you wanted to. I would hold you before you start to fall. And I would love to quarrel with you, because that makes a relationship that interesting.

Don’t you think we just should try it? We could fail, but we should give it a try, shouldn’t we. Just to know that it doesn’t work. And maybe, it does work. And that’s why I need you. Thinking of you creates a smile. Just for a while but it does.

And that’s it. This is my love letter. I hope you read it till the end. And maybe you keep thinking of me. Maybe you just call me right now. And maybe you don’t. It won’t be a misery. It’s up to you. And I’ll start to look through the glass again. It’s snowing, you know? It’s snowing for ages, isn’t it?

So I have to come to an end.

Yours, me.

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